Family Office & Estate Planning Floßmann Vermögensplanung zu Ende gedacht
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Auswahl des Testamentsvollstreckers

Treuhänder mit Vertrauensvorschuss

Sie befürchten den Krieg der Erben? Beenden Sie ihn, bevor er beginnt. Auch wenn Sie Ihr (umfangreiches) Vermögen jungen oder geschäftlich unerfahrenen Erben anvertrauen oder die Vollziehung einer Auflage kontrollieren wollen, sollten Sie an eine Testamentsvollstreckung denken.

Machen Sie sich als Erblasser aber deutlich: Sie können den Testamentsvollstrecker nicht zur Amtsübernahme zwingen. Ihr auserwählter Testamentsvollstrecker kann das Amt übernehmen, er muss es aber nicht!

 

Die Auswahl

Bei der Auswahl des Testamentsvollstreckers können Sie nicht vorsichtig genug sein! Denn er kann ja durchaus Versuchungen erliegen, sich nicht ausschließlich zum Nutzen Ihres hinterlassenen Vermögens einzusetzen.

Bedenken Sie auch die starke Rechtsstellung des Testamentsvollstreckers. Gegen seinen Willen kann er nur in einem komplizierten Gerichtsverfahren entlassen werden.

Reine Vertrauenssache

Setzen Sie für die verantwortungsvolle Aufgabe nur die Person ein,

  • der Sie bedingungslos vertrauen
  • die wirtschaftliche und rechtliche Erfahrungen mitbringt
  • die Zeit für dieses Amt hat.

Sie können den Testamentsvollstrecker nämlich nicht

  • richterlicher Aufsicht unterstellen
  • durch das Nachlassgericht überwachen lassen.

Wer Testamentsvollstrecker sein kann

Sie können als Testamentsvollstrecker zum Beispiel einsetzen

  • Ihren Steuerberater oder Anwalt
  • einen nahen Freund oder Verwandten
  • einen Miterben, wie zum Beispiel den Ehegatten
  • einen Verein oder eine Vermögensberatungsgesellschaft.

Sie können natürlich auch mehrere Testamentsvollstrecker benennen.

Wer kein Testamentsvollstrecker sein darf

Als Testamentsvollstrecker können Sie nicht einsetzen

  • den Notar, der Ihr Testament beurkundet hat. Dessen Ernennung ist nach dem Beurkundungsgesetz nichtig.
  • Ihren Alleinerben oder alleinigen Vorerben.

Die Bestimmung ...

Einen Testamentsvollstrecker können Sie in Ihrem Testament oder einem Erbvertrag berufen.

... durch den Erblasser

Nennen Sie im Testament oder Erbvertrag unmissverständlich die Person oder Personen, die Sie mit der Testamentsvollstreckung betrauen.

Beispiel:

"Testamentsvollstreckung wird angeordnet. Bis zum 18. Lebensjahr meiner Tochter Luisa ist Johann Kaufmann, Gartenweg 2 in München als Testamentsvollstrecker meines Nachlasses eingesetzt."

... durch Eheleute als Erblasser

Als Ehegatten können Sie in einem gemeinschaftlichen Testament einen Testamentsvollstrecker einsetzen.

Ausdrücklich verfügen müssen Sie aber, ob die Testamentsvollstreckung gilt

  • bereits für den Tod des zuerst Versterbenden
  • erst nach dem Ableben des überlebenden Ehegatten.

Beispiel für Ehegattentestament mit Testamentsvollstreckung:

"Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein. Nach dem Tod des zuletzt Versterbenden wird Testamentsvollstreckung angeordnet. Erben sollen dann unsere beiden Kinder Max und Moritz sein."

... durch einen Dritten

Befinden Sie auch nach zahllosen schlaflosen Nächten niemanden des Amtes für würdig, können Sie die Auswahl auch einem Dritten überlassen. Diese erfolgt dann durch öffentlich beglaubigte Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

... durch das Nachlassgericht

Als Notlösung bietet sich an, dass Sie in Ihrem Testament das Nachlassgericht ersuchen, einen geeigneten Testamentsvollstrecker zu ernennen. Allerdings ist das Gericht nicht verpflichtet, Ihrem Wunsch nachzukommen, sondern hat einen Ermessensspielraum.

 

 

Durch einen Testamentsvollstrecker (§ 2197 ff. BGB) kann der Erblasser verhindern, dass zwischen den Erben Streitigkeiten über die Nachlassverteilung entstehen und er kann damit die Erfüllung von den im Testament enthaltenen Auflagen sicherstellen. Der Testamentsvollstrecker hat die letztwilligen Verfügungen im Testament auszuführen. Er führt sein Amt selbständig aus und ist an das Einverständnis des Erben nicht gebunden.

 

 

1. Anordnung der Testamentsvollstreckung

1. Die Anordnung der Testamentsvollstreckung und die Berufung des

   Testamentsvollstreckers kann nur in einer letztwilligen Verfügung, also durch Testament

   oder Erbvertrag geschehen.

2. Im übrigen steht sie im freien Belieben des Erblassers:

    Der Erblasser kann mehrere Testamentsvollstrecker zur gemeinschaftlichen      

    Amtsführung bestimmen.

    Er kann einen Ersatztestamentsvollstrecker bestimmen.

    Die Auswahl eines Testamentsvollstreckers kann auch dem Nachlassgericht oder einem

    beliebigen Dritten übertragen werden.

    Auch der überlebende Ehegatte kann als Testamentsvollstrecker eingesetzt werden.

    Als Testamentsvollstrecker kann auch ein Miterbe oder die Erben bestimmt werden.

 

Wichtig:

Aus Gründen der Klarheit sollte der oder die Testamentsvollstrecker im Testament oder Erbvertrag ausdrücklich bezeichnet werden.

Der Erblasser sollte gut abwägen, welches Konfliktpotenzial er schafft, wenn er einen Testamentsvollstrecker beruft, der den übrigen Erben nicht als unparteiisch erscheint (z.B. einen Miterben).<

 

3. Der Erblasser hat die Möglichkeit, die Befugnisse des Testamentsvollstreckers zu beschränken, z.B.

   auf einen einzigen Nachlassgegenstand,

   auf die Verwaltung des Nachlasses,

   auf einen Erben.

Der Erblasser hat andererseits auch die Möglichkeit die Befugnisse des Testamentsvollstreckers zu erweitern, z.B.:

   Er kann die Dauervollstreckung (bis zu 30 Jahren) anordnen.

   Der Testamentsvollstrecker kann von der Beschränkung in der Eingehung von Nachlassverbindlichkeiten befreit werden, jedoch nicht von dem Verbot der Schenkungen aus dem Nachlass.

4. Der Testamentsvollstrecker muss voll geschäftsfähig sein. Er ist natürlich allein durch die letztwillige Verfügung nicht verpflichtet, das Amt anzunehmen.

 

 

Wann beginnt und wann endet die Testamentsvollstreckung?

 

1. Beginn der Testamentsvollstreckung

 

Die Testamentsvollstreckung beginnt nach dem Tod des Erblassers und dann auch erst, wenn er die Annahme des Amtes dem Nachlassgericht gegenüber ausdrücklich erklärt.

Selbstverständlich kann der zum Testamentsvollstrecker berufene das Amt auch ablehnen. Dies geschieht durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht, wobei die Angabe von Gründen nicht erforderlich ist.

 

2. Das Amt des Testamentsvollstreckers endet

    mit dem Tod des Testamentsvollstreckers,

    wenn dieser geschäftsunfähig oder die Betreuung angeordnet wird,

    mit Ablauf einer im Testament bestimmten Frist,

    mit der Kündigung des Testamentsvollstreckers (diese muss gegenüber dem
    Nachlassgericht erklärt werden und ist unwiderruflich).

3. Endet das Amt des Testamentsvollstreckers bedeutet dies aber nicht unbedingt auch

    Ende der Testamentsvollstreckung; diese ist z.B. nicht beendet, wenn

    der Erblasser mehrere Testamentsvollstrecker benannt hat,

    der Testamentsvollstrecker befugt ist, einen Nachfolger zu bestimmen,

    in der letztwilligen Verfügung ein anderer Testamentsvollstrecker benannt ist,

    dem Nachlassgericht die Auswahl des Testamentsvollstreckers überlassen wurde.

4. Ist der Testamentsvollstrecker nicht zur Erledigung seines Amtes geeignet oder verletzt 

    er seine Pflichten, kann er auf Antrag der Erben, ggf. auch der Pflichtteilsberechtigten 

    und anderen Begünstigten, vom Nachlassgericht entlassen werden. Insoweit steht den

    Betroffenen die sog. Entlassungsklage zur Verfügung. Allerdings wird durch die 

    Entlassung noch nicht in jedem Fall die Testamentsvollstreckung als solche beendet.

 

Testamentsvollstrecker -
Aufgaben im Rahmen der Testamentsvollstreckung

 

1. Die Aufgaben des Testamentsvollstreckers bestehen darin, den letzten Willen des Erblassers auszuführen. Zur Legitimation erhält er auf Antrag vom Nachlassgericht ein Testamentsvollstreckerzeugnis. Darüber hinaus wird die Testamentsvollstreckung im Erbschein vermerkt.

 

2. Im Einzelnen kann der Testamentsvollstrecker dazu berufen sein, den Nachlass zu verteilen (sog. Abwicklungsvollstreckung) oder den Nachlass über eine bestimmte Zeit zu verwalten (sog. Dauervollstreckung). Natürlich kann auch beides gewollt sein. Was der Erblasser gewollt hat, ist letztlich durch eine Auslegung der letztwilligen Verfügung festzustellen.

 

3. Hat der Erblasser außer der Anordnung der Testamentsvollstreckung und der Berufung des Testamentsvollstreckers nichts weiter verfügt, so hat der Testamentsvollstrecker den gesamten Nachlass abzuwickeln, also zu verteilen. Dazu kann er den Nachlass in Besitz nehmen und über Nachlassgegenstände verfügen. Bei mehreren Erben muss er den Nachlass entsprechend aufteilen und bis zu diesem Zeitpunkt verwalten. Insoweit hat er sehr weitreichende Befugnisse: Grundsätzlich kann er alles tun, was auch der Erblasser selbst tun hätte können.

 

4. Allerdings unterliegt er bei seiner Tätigkeit der Pflicht zur ordnungsgemäßen Verwaltung. Des Weiteren darf er grundsätzlich keine Schenkungen vornehmen und keine Geschäfte mit sich selbst machen.

 

a) Ordnungsgemäße Verwaltung bedeutet die gewissenhafte und sorgfältige Ausführung der Tätigkeit. Dabei muss sich der Testamentsvollstrecker bemühen, das ihm anvertraute Vermögen zu erhalten und nach Möglichkeit zu mehren. Die von ihm durchgeführten Maßnahmen müssen wirtschaftlich sinnvoll und tatsächlich erforderlich sein.

 

b) Der Testamentsvollstrecker darf aus dem zu verwaltenden Nachlass ohne Zustimmung der Erben keine Geschenke machen. Eine Ausnahme besteht für den Fall, dass die Schenkung aus einer sittlichen Pflicht oder mit Rücksicht auf den Anstand (Geburtstagsgeschenke etc.) erfolgt.

 

c) Der Testamentsvollstrecker darf hinsichtlich des zu verwaltenden Vermögens keine Geschäfte mit sich selbst als Privatmann machen (z.B. die wertvolle Briefmarkensammlung kaufen). Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Erblasser dies ausdrücklich zugelassen hat.

 

Testamentsvollstreckung - Rechte des / der Erben

 

Das Gesetz stattet den Erben oder die Erben mit bestimmten Rechten aus, die eine gewisse Kontrolle über die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers ermöglichen sollen.

 

1. Der Testamentsvollstrecker ist verpflichtet (§ 2215 BGB), unverzüglich nach dem Erbfall

    und sobald er das Vermögen übersieht, den Erben ein Verzeichnis der zum Nachlass

    gehörenden Vermögensgegenstände zukommen zu lassen. Jeder Erbe ist berechtigt, bei

    der Aufstellung des Nachlassverzeichnisses beteiligt zu werden.

 

Hinweis:

Erfüllt der Testamentsvollstrecker diese Pflicht nicht, können die Erben ihr Recht notfalls gerichtlich durchsetzen.

 

2. Solange die Testamentsvollstreckung andauert, ist der Testamentsvollstrecker

    verpflichtet, dem oder den Erben über seine Tätigkeit Auskunft zu erteilen. Nach  

    Beendigung des Amtes muss er zudem Rechenschaft ablegen.

 

3. Allerdings ist der Testamentsvollstrecker nicht verpflichtet, hinsichtlich einzelner

    Maßnahmen der Vermögensverwaltung die Zustimmung der Erben einzuholen.

 

4. Der Testamentsvollstrecker ist verpflichtet, Gegenstände, die zum Nachlass gehören und

   die er zur Erfüllung seiner Aufgaben "offenbar" nicht mehr benötigt, an den oder die

   Erben herauszugeben.

 

Testamentsvollstrecker - Haftung / Verpflichtung zum Schadensersatz

 

Verletzt der Testamentsvollstrecker bei der Ausübung seines Amtes die ihm obliegenden Pflichten und entsteht den Erben dadurch ein Schaden, muss er Schadensersatz leisten. Voraussetzung ist allerdings, dass er den Schaden verschuldet, d.h. ihn vorsätzlich oder fahrlässig verursacht hat.

 

Hinweis:

Für den zum Testamentsvollstrecker Berufenen heißt das, sich genau zu überlegen, ob er ausreichend für das Amt befähigt ist. Gegebenenfalls ist eine Ablehnung des Amtes in Betracht zu ziehen.

 

Haben die Erben allerdings der schadensverursachenden Verfügung des Testamentsvollstreckers zugestimmt, besteht die Verpflichtung zum Schadensersatz nicht.

 

 

 

Testamentsvollstrecker - Vergütung / Honorar

 

1.
Hat der Erblasser im Testament oder Erbvertrag ein Honorar für die Tätigkeit   bestimmt, so steht die Vergütung fest.

 

2.
Hat der Erblasser in seiner letztwilligen Verfügung bestimmt, dass der

Testamentsvollstrecker unentgeltlich tätig werden soll, besteht kein Recht auf eine

Vergütung. Hier muss sich der Erblasser zum einen überlegen, ob er dies dem 

Testamentsvollstrecker zumuten will. Zum anderen muss er natürlich damit rechnen,dass der zum Testamentsvollstrecker Berufene das Amt unter diesen Umständen ablehnt.

 

3.
Hat der Erblasser hinsichtlich der Vergütung keine Bestimmung getroffen, kann der

Testamentsvollstrecker von den Erben eine "angemessene Vergütung" für seine Tätigkeit verlangen. Da dieser Begriff unbestimmt ist, hat die Rechtsprechung entsprechende Grundsätze entwickelt.

 

a)
Geht es nur um die Abwicklung, also die Verteilung des Vermögens, erhält der
  Testamentsvollstrecker eine pauschale Vergütung, die sich nach der Schwierigkeit der Verwaltung und Abwicklung richtet. Sie liegt bei Vermögen von

 

   etwa 15.000 Euro bei 4 Prozent,

   etwa 100.000 Euro bei 3 Prozent,

   etwa 500.000 Euro bei 2 Prozent,

   über 500.000 Euro bei 1 Prozent des Nachlasswertes.

 

b)
Soweit eine Dauerverwaltung angeordnet ist, kann der Testamentsvollstrecker zunächst eine Gebühr für die Ermittlung und Bewertung des Nachlasses verlangen. Ihre Höhe richtet sich nach den oben unter Punkt 2a dargestellten Grundsätzen.


Verwaltet er den Nachlass über längere Zeit, kann er zudem eine weitere (Verwaltungs-) Gebühr verlangen, deren Höhe 1/3 bis 1/2 Prozent des Nachlasswertes beträgt. Die Gebühr kann aber auch 2 bis 4 Prozent der laufenden Einkünfte aus dem Nachlass betragen; in diesem Fall ist sie jährlich zu zahlen.

 

4.
Die Vergütung kann der Testamentsvollstrecker direkt aus dem Nachlass entnehmen.

 

Alternativen zur Testamentsvollstreckung

 

Geht es dem Erblasser nur darum, den Erben die schnelle Verteilung des Nachlasses zu ermöglichen, reicht ggf. auch eine Vollmacht auf den Todesfall. Wurde dem oder den Erben eine solche Vollmacht erteilt, können sie auch ohne Erteilung eines Erbscheins sofort über das Vermögen des Erblassers verfügen.

 

Allerdings kann derjenige, der eine solche Vollmacht hat, ohne Beschränkung über das Vermögen verfügen. Zwar haben die Erben die Möglichkeit die Vollmacht zu widerrufen. Dazu müssen sie aber erst einmal Kenntnis von dem Sachverhalt haben. Die Erteilung einer Vollmacht auf den Todesfall will also ebenfalls gut überlegt sein.

 

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